Tools und Methoden

Im Live Online Training als Teilnehmer sichtbar sein

Am 21.03.2022
von Inga Geisler veröffentlicht
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Wie sichtbar sind deine Teilnehmenden, wenn du ein Live Online Training durchführst? Wie gut schaffst du es, sie im Blick zu haben und sie zur aktiven Teilnahme zu motivieren? Welche Möglichkeiten bieten virtuelle Räume? Diese Fragen beschäftigen die Trainerinnen und Trainer, die meine Live Online Trainings besuchen.

„Mir fehlt das Feedback meiner Teilnehmer“

Das ist eine der häufigsten Aussagen im ersten Modul des Zertifizierten Live Online Trainers. Klar, physisch gesehen vermitteln wir die Lerninhalte „nur“ mit dem Monitor. Es ist ein leichtes, sich online wegzuducken und in eine Konsumhaltung zu verfallen. Oder etwa nicht?

Die Technik muss Mittel zum Zweck sein, der Mensch steht im Vordergrund

Unser Ziel als Live Online Trainerin muss es sein, die Technik geschickt einzusetzen, so dass sie die inhaltliche Gestaltung der Session unterstützt, aber vom Gefühl her eher in den Hintergrund tritt. Daher empfehle ich dir, dich zunächst mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen in dem Virtual Classroom oder Konferenzsystem deiner Wahl intensiv auseinander zu setzen.

Welche Werkzeuge stehen im Live Online Training für die Kommunikation zur Verfügung?

Meine Teilnehmenden sind regelmäßig verblüfft, wie viele Werkzeuge wir tatsächlich nutzen können und in welcher Form. Neben dem Mikrofon ist der Chat ein oft unterschätztes Kommunikationsmittel. Zusätzlich bieten die meisten Tools weitere Feedbacksymbole und eine Funktion zum Hand heben. Auch diese können unterschiedlich und durchaus kreativ eingesetzt werden. Das Handsymbol setze ich auch für aktive Rückmeldungen ein, denn die Feedback Symbole sind oft „flüchtig“. Da frage ich zum Beispiel „Gibt es Rückfragen momentan? Wenn alles für dich passt, hebe bitte die Hand“. So „zwinge“ ich den Teilnehmenden zu einer Rückmeldung und erhalte dadurch die Sicherheit, das alles passt.

Zu den Kommunikationswerkzeugen gehört im weitesten Sinn auch die Webcam.

Sie dient der Darstellung unserer Live Bilder und ermöglicht es uns, relativ viele Wahrnehmungskanäle zu bedienen. Gerade zu Beginn, bei Diskussionen und am Ende einer Session solltest du als Trainerin unbedingt sichtbar sein, um Vertrauen und Nähe zu deinen Teilnehmenden herzustellen. Bei der Präsentation der Inhalte kann sie genutzt werden, um Gegenstände zu zeigen oder die Mimik und Gestik bei Impulsvorträgen zu verstärken.

Auch das bewusste Ausschalten der Webcam ist ein Instrument, das du nutzen kannst.

Ist es dir jedoch wichtig, dass die Teilnehmenden ihren Fokus auf bestimmte Inhalte richten, kann es durchaus Sinn machen, die Kameras auszuschalten. Und bei so manchen Methoden ist dies sogar notwendig. Denken wir z. B. an die Fishbowl-Diskussion online, bei der der „Innenkreis“ der Diskutanten die Kameras an hat, der Außenkreis jedoch nicht. Oder auch bei der kollegialen Fallberatung, wenn der Fallgeber abtaucht und seine Mimik nichts über die Gedanken verraten soll, während er den Vorschlägen der Berater lauscht.

Menschen ohne Webcam im Live Online Training im Fokus behalten.

Und da nicht davon ausgegangen werden kann, dass jeder Teilnehmende eine Kamera besitzt oder evtl. die Bandbreite Probleme macht, ist es dein Job darauf zu achten, dass du diese Menschen nicht vernachlässigst. Notiere dir dazu nach dem Start, um welche Personen es sich handelt. Dann hast du sie besser „im Blick“.

Umfragen, Whiteboardfunktionen, zusätzliche Tools.

Je nach eingesetzter Software stehen dir weitere Möglichkeiten der Interaktion und Teilnehmerbeteiligung zur Verfügung. Achte darauf, dass du einerseits deine Teilnehmenden nicht überforderst, ihnen andererseits auch Abwechslung bietest. Immer in gleichem Stil über den Chat zu antworten wird auch ermüdend. Die richtige Mischung macht es.

Murmelgruppen, Think-Pair-Share, klassische Gruppenarbeiten und vieles mehr.

Die interaktivste Form des kollaborativen Lernens ist natürlich die Gruppenarbeit. Die meisten Tools bieten eine Funktion für Breakt-Out-Sessions. Dann nutze die Möglichkeit, deine Teilnehmenden immer wieder in Kleingruppen die Inhalte erarbeiten zu lassen oder sich über den Lerninhalt auszutauschen. Plane genügend Zeit ein, am Ende der Gruppenarbeit die Ergebnisse durch die Teilnehmenden selbst präsentieren zu lassen. Das ist auch eine gute Gelegenheit um offene Fragen zu beantworten und den Lerntransfer durch Praxisbeispiele zu sichern.

Zum Abschluss des Live Online Trainings die Menschen nochmals zu Wort kommen lassen.

Zum Ende der Einheit erfolgt die Zusammenfassung der Inhalte. Das kann natürlich durch dich als Live Online Trainerin erfolgen oder du baust eine Aktion ein, durch die die Teilnehmenden die Zusammenfassung erstellen und kommentieren. Und vergiss nicht, dir Feedback einzuholen. Aus den Augen aus dem Sinn gilt hier. Denn nach Verlassen der Session werden die wenigsten sich noch Zeit für Feedback nehmen. Meistens wartet schon der nächste Termin. Baue deshalb mindestens eine Umfrage, eine Skalen-Abfrage oder eine Wortwolke ein. Noch besser: Lass jeden zu Wort kommen im Rahmen eines Blitzlicht-Feedbacks, wenn deine Zeit noch reicht.

Wenn du noch mehr darüber wissen möchtest, wie du die Menschen im Live Online Training aktiv einbindest und wie du auch strukturell Live Online Trainingseinheiten gut gestalten kannst, dann komme gerne in meinen Kurs oder nutze das Einzelcoaching für deine individuellen Live Online Trainings. Herzliche Grüße, Inga

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