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Mit MindMapping ein grobes Trainingskonzept entwerfen

Am 11.02.2022
von Inga Geisler veröffentlicht
Mindmap revised

Es gibt Trainer:innen, die erstellen die besten Konzepte für ihre Trainings, Workshops oder Präsentationen, wenn sie unter Spannung stehen und der Plan „auf den letzten Drücker“ fertig werden muss. Das verursacht bei mir eher das Gegenteil: ich habe 1000 Gedanken im Kopf und finde den Anfang nicht. Das MindMapping nach dem britischen Psychologen Tony Buzan hilft mir bei der Strukturierung. Doch zuvor schicke ich meine Gedanken auf eine Reise:


Die Phase der Gedankenreise

Bevor ich mich hinsetze und das Konzept entwickle, schicke ich meine Gedanken auf die Reise. Ich lasse alle Gedanken zu, die mir zu dem Thema einfallen. Das geschieht oft nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern erstreckt sich teilweise über Wochen. Bewegung spielt bei der Gedankenreise bei mir eine große Rolle: ich mache einen langen Spaziergang, gehe Joggen oder fahre eine längere Strecke mit dem Auto. Da ich bei diesen Gelegenheiten nicht immer etwas notieren kann, nutze ich die Diktierfunktion meines Smartphones. Parallel dazu führe ich eine ausgiebige Recherche zum Thema durch. Meine Notizen in Form von Links, Dateien, Bildern oder Texten sammle ich in OneNote von Microsoft. Auch die digitalen Plattformen www.padlet.com oder www.taskcards.de eignen sich dazu. Denn mit diesen Programmen kann ich später alle einzelnen Notizen schnell wiederfinden. Erst wenn meine persönliche Gedankenreise abgeschlossen ist, suche ich mir eine Kollegin oder einen Kollegen, mit dem/der ich mich austausche und ein gemeinsames Brainstorming beginne. Hier kommen dann noch Perspektiven dazu, über die ich mir vorher noch nicht so viele Gedanken gemacht habe.


Ein gemütliches Plätzchen und ausreichend Zeit

Nun suche ich mir einen Ort, um mein Konzept zu erstellen. Das ist auf keinen Fall mein Arbeitsplatz. Das ist ein Platz, bei dem ich in die Ferne blicken oder im Sommer draußen sein kann. Damit mein Kopf frei ist, blockiere ich mir im Kalender – je nach Umfang – mindestens ein bis zwei Tage oder ein Wochenende und schließe alle Programme, die auf meinem Rechner zu einer Ablenkung führen könnten. Auch mein Telefon stelle ich stumm und lege es weit weg.

inga geisler schreibtisch
Konzept-Erstellung für „Hybride Trainer:innen Ausbildung“
Mit MindMapping zum Grobkonzept

Die für mich beste Methode, um meine vorher gemachten Gedanken zu strukturieren, ist das MindMapping nach dem britischen Psychologen Tony Buzan. Das ist eine Visualisierungs- und Kreativitätstechnik. Dabei wird in der Mitte der Map das zentrale Thema notiert und durch weitere Unterknoten mit entsprechenden Verbindungen eine Struktur erstellt. Viele nutzen dazu Papier und Bleistift. Für mich hat sich die Nutzung einer MindMap Software (z. B. www.xmind.net, www.mindmanager.com ) bewährt, weil ich flexibel und einfach die Knoten verschieben kann, wenn ich etwas ändern möchte. Wer im Team an einer Mindmap arbeiten möchte, dem/der empfehle ich www.mindmeister.com oder ein Kollaborationboard wie www.miro.com , www.conceptboard.com oder www.mural.co. Hier wird online gearbeitet und der Zugriff ist ohne eine Programm-Installation möglich.

mindmapping

Dem Konzept eine Struktur geben
  • Kundensituation
    Wenn es sich um ein Inhouse Training handelt, notiere ich in Stichpunkten alles, was ich vom Kunden an Informationen zur Situation und zu den angestrebten Zielen bekommen habe. Auch Dateien, die mir der Kunde gesendet hat, notiere ich in der Map und verweise auf das Dokument in OneNote bzw. meinem Dateisystem.
  • Zielgruppe: Für die Definition der Zielgruppe nehme ich mir viel Zeit und betrachte die folgenden Aspekte:  Aktuelle Situation, angestrebte Veränderung, Vorerfahrungen mit dem Thema und der technischen Handhabung (z. B. bei Live Online Trainings), Gefühle/Meinungen zum Thema, kollegiales Umfeld.
  • Nutzen: da niemand sich verändert oder neues Wissen aneignet, ohne den eigentlichen Nutzen zu kennen, stelle ich die wichtigsten Aspekte zusammen. Zum Beispiel: „Du füllst deinen Methodenkoffer“.
  • Titel: der Titel ist oft der erste „Berührungspunkt“ mit dem Seminar. Daher lege ich viel Wert auf einen aussagekräftigen Titel, der schon Hinweise auf den Nutzen gibt, den der Teilnehmende aus dem Training erhält. Um die Aussagekraft zu erhöhen und für Klarheit zu sorgen, setze ich Untertitel ein. Zum Beispiel: „Hybride Trainer:innen Ausbildung – aus Präsenz- und Online Teilnehmenden eine Lerngruppe bilden“
  • Voraussetzungen: ich überlege mir, ob und was die Teilnehmenden als Voraussetzung für die Teilnahme am Training mitbringen sollten. Das kann ein Verweis auf Basiskurse sein, falls es sich um ein Aufbau-Seminar handelt oder technische Installationen.
  • Lernziele: nun definiere ich die groben und – später auch die feinen – Lernziele mit der Unterteilung in kognitive, psychomotorische und affektive Lernziele. Diese dienen mir später zur Einteilung einzelner Module, der Auswahl der Methoden und der Zeiteinteilung. Zum Beispiel: „Die Teilnehmenden kennen das 4mat-Prinzip“.
  • Ablauf, Dauer und Inhalte: ich fasse die zuvor definierten Lernziele in thematisch aufeinander aufbauende Module zusammen, lege die Zeit fest und finde kurze, eindeutige Bezeichnungen dafür. Diese erscheinen später in der Kursbeschreibung. Zum Beispiel: „Digitale Tools für hybride Trainings“
  • Organisation: Hier notiere ich alle Dinge, die als Rahmenbedingungen organisiert werden müssen. Dazu gehört u. a. die Terminierung, die Beschreibung des Seminares, die Klärung der Räumlichkeiten bzw. die Virtual Classroom Auswahl, die Auswahl weiterer digitaler Tools, die Erstellung der Medien (Folien, Handouts, Lernvideos, Checklisten, die Ansprechparnter:innen im Unternehmen und das Marketingkonzept bei Offenen Seminaren.

Mit der Struktur komme ich schnell ans Ziel und erstelle auf dieser Grundlage das Feinkonzept und das Angebot für die Kunden.

Wie läuft es bei dir ab? Wie gehst du vor? Welche Tools nutzt du zur Erstellung? Wir freuen uns über deinen Kommentar.

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