Führung

Neu in Führung – die ersten 100 Tage

Am 17.01.2022
von Sebastian Hüllemann veröffentlicht
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Neu in Führung: Worauf es in den ersten 100 Tagen ankommt

Jeder Neubeginn ist eine Krisensituation. Das heißt, er ist gleichermaßen durch Chancen und durch Risiken gekennzeichnet. Das gilt auch für die Übernahme einer Führungsposition. Als neue Führungskraft sind alle Blicke erwartungsvoll, neugierig, skeptisch oder auch ängstlich auf dich gerichtet. Daher ist es wichtig, sich gut auf die neue Situation vorzubereiten. Zur Vorbereitung gehört eine Analyse der neuen Position und ggf. des neuen Unternehmens. Welche neuen Führungsaufgaben werde ich haben? Bin ich diesen Aufgaben bereits gewachsen oder macht es Sinn, meine Fähigkeiten im Vorfeld zu erweitern?

Wissenstransfer von der Vorgängerin vom Vorgänger

Um konkrete und praxisnahe Informationen über die Abteilung, das Umfeld und eigene Handlungsspielräume zu sammeln, solltest du möglichst früh das Gespräch mit deinem Vorgänger suchen. So kannst du dir in kurzer Zeit Wissen aneignen, das du dir sonst mühsam erarbeiten müsstest. Um einen offenen Wissenstransfer zu ermöglichen, ist es wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen. Zeige deiner Vorgängerin deshalb, dass du Respekt vor ihrer Leistung hast und sichere ihr Vertraulichkeit zu.

Unsicherheiten abbauen

Während der ersten Tage in deiner neuen Position hast du vor allem zwei Aufgaben: Einen professionellen und vertrauensvollen Eindruck zu hinterlassen, und bestehende Unsicherheiten weitestgehend zu klären. Gehe offen und persönlich interessiert auf deine Mitarbeitenden, Kolleg:innen und Vorgesetzte zu. Baue eine positive Beziehung zu deinen Mitarbeitenden auf. Wenn es dir gelingt, deine Mitarbeitenden durch Vertrauen und Führungskompetenz für dich zu gewinnen, werden sie dich in deiner Führungsarbeit unterstützen.

Die Antrittsrede

Eine gute und passende Antrittsrede hilft deinen Mitarbeitenden, Vertrauen zu dir zu fassen und etwaige Ängste zu relativieren. Die Antrittsrede gibt daher sowohl Auskunft über deinen beruflichen Werdegang und deinen angestrebten Führungsstil als auch über Persönliches. Sei wertschätzend gegenüber der Vergangenheit des Unternehmens und deines Vorgängers. Vermittle, dass du dich in der nächsten Zeit mit allen Beteiligten intensiv austauschen möchtest, um sie näher kennen zu lernen, um deren Erwartungen zu erfahren und um von ihnen zu lernen. Frage deine Mitarbeitenden was gute Führungsarbeit auszeichnet und hole dir Feedback zu deinem Führungsstil.

Beibehaltung vs. Veränderung

Insbesondere in den ersten 100 Tagen ist es wichtig, immer wieder eine neue Balance zwischen den Dingen, die du beibehalten, und denen, die du verändern willst, herzustellen. Am Anfang solltest du möglichst viel so lassen, wie es ist. Du hast bereits durch dein Auftauchen das System verändert und für „Unruhe“ gesorgt. Gib deinem Umfeld die Möglichkeit sich erst einmal wieder beruhigen.

Mentoring, Coaching und Führungsseminare

Verschiedene Tools wie bspw. Mentoring, Coaching und Führungsseminare können dich darin unterstützen, einen erfolgreichen Einstieg zu schaffen. Mit einem Mentor steht dir ein Berater zur Seite. Er vermittelt dir Informationen und ist gleichzeitig ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner und Ratgeber. Ein Coach kann dir helfen, aktuelle Problemsituationen zu analysieren und eigene Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. In Führungsseminaren findest du gleichgesinnte Teilnehmerinnen und einen erfahrenen Trainer. Im Vorfeld solltest du jedoch prüfen, ob deine Qualitätskriterien erfüllt sind und ob das Seminar thematisch deinen Bedürfnissen entspricht.

Du wirst in den ersten 100 Tagen deiner Führungsarbeit verschiedene Bereiche der Führung erfolgreich meistern. Ein Neuanfang ist fordernd, aber du kannst auch viel Neues erfahren und persönlich wachsen. Vielleicht gelingt nicht alles, aber du hast Gelegenheit dich weiterzuentwickeln und aus deinen Fehlern zu lernen.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg und vielleicht sehen wir uns in meinem Kurs „Gestern Kollege heute Vorgesetzter – Gestern Kollegin heute Vorgesetzte“. Herzliche Grüße, Sebastian

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