Workshop – analog, digital, hybrid – Was geht?

Diese Woche durfte ich nochmal einen analogen Folgeworkshop zu einer Teamentwicklungsmaßnahme gestalten und durchführen. Selbstverständlich unter strenger Beachtung aller Hygieneregeln. Und mit tatkräftiger Unterstützung eines Teammitgliedes, der sich um Bestuhlung mit ausreichend Abstand, Verteilung von Getränken und Arbeitsmaterialien vorab und alles Wichtige gekümmert hat. Es stand sogar auf jedem Tisch ein Mittel zur Handdesinfektion und – wie achtsam und wertschätzend) – eine Handcreme. Schließlich sind das ständige Waschen und Desinfizieren nicht so ganz optimal für unsere Haut.

Kurzfristig mussten sich 3 Kollegen per Videokonferenz zuschalten. Also alles in allem herausfordernd.

Inhaltlich haben wir uns mit Stressoren und psychischen Belastungen beschäftigt – und damit, was die eigene Prägung damit zu tun hat. Der Vollständigkeit halber: Wir hatten uns im ersten Workshop, der über 2 Tage ging (noch vor der Pandemie) unter anderem mit den eigenen Stärken und der Stärkenverteilung im  Team auseinandergesetzt. Darauf bauten wir also diese Woche auf, denn unsere Persönlichkeit ist vielschichtig und facettenreich. Und da spielen beispielsweise Stärken, aber auch Umfeld und Werte und eben auch die inneren Antreiber (aus der Transaktionsanalyse) eine Rolle. Und das führt mich nun zur Ausgangsfrage zurück: Analog, digital und oder? Also hybrid. Geht das? Macht das Sinn?

Eine schwierige Frage. Unter normalen Umständen würde ich sagen hybrid macht keinen Sinn. Ich finde hybride Veranstaltungen mühsam und meist wenig mehrwertstiftend. Jahrelang war ich selbst wöchentlich die einzige digitale Teilnehmerin von Teammeetings. Mein Fazit: Ermüdend und oft frustrierend. Denn, wenn viele Menschen an einem Ort zusammenkommen vergessen Sie den digitalen Teilnehmer meist ganz schnell. Und das ganz ohne böse Absicht. „Aus den Augen, aus dem Sinn,“ das trifft es hier ganz gut.

Dabei fasse ich mich an die eigene Nase. Im Flow des Workshops bin ich so manches mal aus dem Sichtfeld der Kamera gelaufen. Glücklicherweise hat tatkräftiger Kollege mich immer wieder ins rechte Licht der Webcam gerückt. Und auch zwischendurch die Kamera durch den Raum geschwenkt, um die virtuellen Teilnehmer teilhaben zu lassen. Wenn es an der Zeit war, die vorbereiteten Reflektionsbögen oder auch den Antreibertest auszufüllen, sendete er die entsprechende Mail an die virtuellen Teilnehmer, so dass auch diese teilnehmen konnten.

Bei der späteren Gruppenarbeit (2 Gruppen im Raum, 1 virtuelle) notierten die virtuellen Teilnehmer ihre Ergebnisse im Chat, die wir dann auf Kärtchen übertrugen und ebenfalls anpinnten. Dazu kommentieren funktionierte über den Lautsprecher wunderbar. Hybrid funktioniert also. Ja, aber…

In diesem Fall war es die beste Option. Denn, da das Team im normalen Arbeitsalltag über eine große Fläche verstreut arbeitet und oft eher ein „Einzelkämpfermodus“ entsteht, war der Führungskraft das physische Treffen wichtig. Damit alle dabei sein konnten, war die Hybridlösung also der beste Weg in dieser Situation. Und das aber nur, weil sich ein Kollege kontinuierlich um die drei virtuellen Teilnehmer gekümmert hat.

Fazit: Wenn es hybrid sein muss, dann einen der Teilnehmer vor Ort gezielt darum bitten, die virtuellen Kollegen im Blick zu haben. Generell empfehle ich für Teamentwicklungsworkshops aber: Entweder alle analog oder alle digital.

Was ist Deine Meinung dazu? Herzlichen Gruß, Sandra

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